Nach wie vor lautet die Antwort der Maturanten sehr häufig: „Ich studiere dort, wo ich später einmal gute Jobaussichten habe und gut verdienen werde.“ Dass diese Antwort nur auf den ersten Blick stimmig scheint, belegt der Blick auf die Reihenfolge der beliebtesten Studienrichtungen in Österreich: Hier rangieren Wirtschaft und Recht noch immer vor Technik, Medizin, Pädagogik oder Soziales. Damit sind jene Branchen, in denen Arbeitskräftemangel herrscht, nicht unter Top-Nennungen der angehenden Studierenden. Erschreckend viele Maturanten haben dagegen gar keine konkrete Vorstellung von ihrem künftigen Studium und erst recht nicht von einem danach folgenden Berufsbild. Damit sind sie in „guter” Gesellschaft, denn nach Angaben eines deutschen Karriereportals beginnen etwa sechzig Prozent aller Jugendlichen erst kurz vor dem Schulende oder überhaupt erst danach konkret darüber nachzudenken, was denn nun der nächste passende Schritt wäre. Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, um mit einer Berufsorientierung anzufangen. Der Rat der Eltern, Lehrer oder guter Freunde – der mitunter aus vielen eigenen Erfahrungen geprägt sein kann – ist vielleicht hilfreich. Besser ist es, sich selbst intensiv mit der Frage auseinanderzusetzen, welche Studienrichtung denn passen könnte.
So entscheiden Studierende. Eine Blitzumfrage von ZukunftsBranchen gibt einen Einblick in die Qual der Wahl: Sophie ist 21 und studiert Technische Physik – was durchaus ungewöhnlich für eine Frau ist. „Ich wusste, dass ich ein technisches Studium machen wollte. Ich habe dann die Studienrichtungen, die infrage gekommen wären, der Reihe nach aus verschiedenen Gründen ausgeschlossen. Physik hat mich immer schon ein interessiert. Es haben mich auch der mathematische Schwerpunkt und die damit verbundene Herausforderung angesprochen. Ich wollte nichts studieren, wo man nur Theorie lernt, ohne selbst zu rechnen“, begründet sie die Entscheidung für die Studienrichtung.